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Sehr geehrte Besucher dieser Text-Seite,

bei der hier von Ihnen geöffneten Seite handelt es sich um das Ganz-Zitat des Textes einer vom Autor (Prof.Dr.J.-H.Lorenz) im April 2005 gelöschten Webseite, von deren Inhalt er sich allerdings nie distanziert hat. Seit 2/2006 ist nun der Text auch bei der PH-Ludwigsburg wieder online verfügbar:
http://www.ph-ludwigsburg.de/fileadmin/subsites/2e-imix-t-01/user_files/personal/lorenz/littv.html

Auf einen Hinweis auf unsere Kritik an seiner Elternberatung oder zumindest - wie unter der alten Adresse - auf die Verlinkung seiner eigenen Antwort auf unsere Kritik hat Prof. Lorenz verzichtet.

Wir verzichten unsererseits auf einen diesbezüglichen Kommentar!

Daß wir diesen Text hier zitieren, dient unserer Kritik an der zitierten Seite bzw. dem Inhalt der von Prof. Lorenz auf den Seiten der PH-Ludwigsburg angebotenen Elternberatung bei Rechenschwäche.


Wir distanzieren uns ausdrücklich vom Inhalt des folgenden Textes von Lorenz und verweisen auf unsere Kritik an Lorenz!

RESI-Volxheim und BIB-Essen, im Frühjahr 2005
Dies ist der Zwischenspeicher von G o o g l e für http://www.ph-ludwigsburg.de/mathematik/personal/lorenz/littv.html nach dem Stand vom 15. Apr. 2005 22:31:10 GMT.
G o o g l es Cache enthält einen Schnappschuss der Webseite, der während des Webdurchgangs aufgenommenen wurde.

Google steht zu den Verfassern dieser Seite in keiner Beziehung.

 

Einige Informationen zu Thema Rechenschwäche
Jens Holger Lorenz
1. Allgemeines Vorgehen bei dem Verdacht auf Rechenschwäche:

Prinzipiell sollte jegliche außerschulische Förderung mit der Lehrerin/dem Lehrer abgesprochen werden, da auftragsgemäß die Schulen für die Förderung bei Lernschwierigkeiten zuständig sind. Zudem kann der Schulpsychologische Dienst und ein speziell für Dyskalkulie zuständiger Beratungslehrer eingeschaltet werden. Diese wissen auch über die außerschulischen Fördermöglichkeiten in der jeweiligen Region am besten Bescheid. Der "Arbeitskreis Legasthenie e.V." (meist der zuständige Landesverband) und die Schul- und Jugendämter können ebenfalls mit Adressen weiterhelfen.

Prinzipiell liegt aber die eigentliche Verantwortung und auch die Kompetenz und Erfahrung mit mathematischen Lernprozessen bei der Lehrerin bzw. dem Lehrer, die hierfür ausgebildet sind. Sie können ihren Unterricht so gestalten, dass individuelle Schwierigkeiten frühzeitig erkannt und damit rechtzeitig angegangen und behoben werden können.

Auch wenn die Eltern sich in ihrer Not selten anders zu helfen wissen und einen Kontakt mit der Schule scheuen: Die Eltern sind die schlechtesten Nachhilfelehrer, denn sie sind emotional zu eng mit ihrem Kind verbunden. Die vermeintliche Hilfe endet häufig mit Tränen auf beiden Seiten. Deshalb sollte der Rat der Schule immer eingeholt werden.

Bei Lernschwierigkeiten besteht häufig die Schwierigkeit, dass jede Seite die andere für das Problem verantwortlich macht: Die Eltern halten die Schule für unfähig, ihrem Kind das Rechnen beizubringen, die Lehrerperson vermutet das Problem hingegen in der mangelnden Begabung des Kindes oder der Familiensituation. Die wechselweise Schuldzuweisung hilft aber dem Kind nicht. Erst wenn beide Seiten sich gemeinsam dem Problem widmen, werden individuelle Fördermaßnahmen möglich. Erst wenn beiden Seiten deutlich ist, dass außerschulische Förderanstrengungen notwendig sind, sollten diese geplant werden.

Ich werde an dieser Stelle prinzipiell keine privatwirtschaftlichen Einrichtungen benennen oder gar empfehlen. Dies hat mehrere Gründe:

a) Es gibt zur Zeit keine Ausbildung zum Dyskalkulietherapeuten (auch nicht zum Legasthenietherapeuten). Lediglich an Hochschulen wird im Rahmen der Lehrerausbildung die Förderung bei Rechenschwäche (und bei Lese-Rechschreib-Schwäche, LRS) unterrichtet. Dementsprechend unterschiedlich sind die Kenntnisse derjenigen, die sich "Dyskalkulietherapeuten" nennen und solche Veranstaltungen besucht haben oder eben auch nicht.

Für die Förderung rechenschwacher Kinder sind weitreichende Kenntnisse erforderlich, insbesondere in

– Mathematikdidaktik (u. a. Methodik, Veranschaulichungsmittel, arithmetische und geometrische Kernideen und ihr spiraliger Aufbau über die Schuljahre)

– Lernprozesse bei mathematischen Inhalten, ihre individuellen Ausformungen und ihre Störungen

– Psychologie (Testverfahren, klinische Psychologie, Pädagogische Psychologie)

– Psychotherapeutischen Verfahren (z. B. bei emotionalen Störungen als Begleitsymptomatik)

Diese Kenntnisse sind nicht bei allen niedergelassenen "Dyskalkulietherapeuten" vorhanden.

b) Genauso wenig gibt es eine Qualitätssicherung der niedergelassenen Therapeuten (mit wenigen Ausnahmen, etwa in Bayern), so dass nicht gewährleistet ist, dass eine fortwährende Weiterbildung durchgeführt wird. So kann nicht in allen Fällen davon ausgegangen werden, dass die Förderung auf dem aktuellen Stand didaktischer Erkenntnisse basiert.

c) Die Eltern gehen häufig mit den Instituten einen Knebelvertrag ein: Die Kosten müssen über einen längeren Zeitraum bezahlt werden, auch dann, wenn dem, etwa in den Ferien, keine Leistung gegenüber steht. Denn private Institute sind Wirtschaftsunternehmen, deren primäres Anliegen es meist ist, einen finanziellen Gewinn zu erzielen.

d) Von vielen Instituten ist mir bekannt, dass sie ein genormtes Lernprogramm anbieten. Dies kann nicht allen Kindern helfen, da die Gründe, die zu der Lernschwierigkeit führen, bei jedem Kind unterschiedlich sind und individuell diagnostiziert werden müssen. Daher ist bei gravierenderer Rechenschwäche eine Förderung in Gruppen nicht möglich, zu unterschiedlich sind die Bedürfnisse des einzelnen Kindes.

e) Es ist mir bekannt, dass einige Institute mit unseriösen, manche mit esoterischen, andere mit vollkommen wirkungslosen Programmen Kindern helfen wollen. Bei einigen wenigen Instituten würde ich das Vorgehen sogar als eher schädlich einstufen. Dass sie in einigen Fällen damit trotzdem erfolgreich sind, belegt nicht notwendig ihre Güte. Jeder Erwachsene wird bei einigen Kindern Lernprozesse anregen, wenn er sich nur jede Woche ein oder zwei Stunden alleine mit ihm beschäftigt.

Bevor Sie Ihr Kind einer privatwirtschaftlichen Einrichtung anvertrauen, versuchen Sie alle Informationen hierüber zu sammeln. Verzichten Sie lieber auf die Geldausgabe zugunsten einer Zusammenarbeit mit der Schule.

2. Die Gesetzliche Grundlage für außerschulische Förderung

In einigen Fällen kann eine außerschulische Förderung finanziert werden. Ein gesetzlicher Anspruch lässt sich aus dem § 35a des Sozialgesetzbuches VIII (Kinder- und Jugendhilfe) ableiten (Eingliederungshilfe). Voraussetzung hierfür ist, dass aufgrund der Dyskalkulie eine seelische Behinderung vorhanden ist oder droht. Dies muss diagnostiziert werden, üblicherweise von einem Arzt.

Liegt ein solcher Fall vor, dann kommen die Jugendämter für die Kosten auf. Die Jugendämter haben in der Regel eine Verfahrensvorschrift, wer was diagnostiziert darf oder soll und wie die Richtlinien für die Einordnung der Lernschwierigkeit sind (nicht jede Lernbeeinträchtigung wird als Dyskalkulie anerkannt, nicht jede Dyskalkulie führt automatisch zu einer seelischen Behinderung). Zwar handelt es sich bei dem SGB VIII § 35a um ein Bundesgesetz, aber die speziellen Ausführungsbestimmungen und Anerkennungspraktiken können regional unterschiedlich sein.

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Ende des Lorenz-Zitats



Hier finden Sie die Empfehlungen für Literatur und verschiedene Adresslisten von RESI-Volxheim und BIB-Essen.


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