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Sehr geehrte Besucher dieser Text-Seite,

bei der hier von Ihnen geöffneten Seite handelt es sich um das Ganz-Zitat des Textes einer vom Autor (Prof.Dr.J.-H.Lorenz) selbst inzwischen gelöschten Webseite.

Daß wir diesen Text hier zitieren, dient unserer Kritik am Inhalt der damals von Prof. Lorenz auf den Seiten der PH-Ludwigsburg angebotenen Elternberatung bei Rechenschwäche. Beim folgenden Text handelt es sich um die Antwort von Prof. Lorenz auf unseren damals als Kritik an seiner Elternberatung bei Rechenschwäche veröffentlichten "Offenen Brief". Wir verweisen auf unsere Kritik an Lorenz, in der diese Antwort von Prof. Lorenz einer weitergehenden Kritik unterzogen wurde.

RESI-Volxheim und BIB-Essen, im Frühjahr 2005


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Antwort auf einen sogenannten "Offenen Brief" von F. Steeg

Nun ist es eine Sache und wohl eine Frage des Stils, einen "Offenen Brief" an mich zu schreiben, der mich persönlich nicht erreichen kann, weil er nicht an mich als Adressaten geschickt, sondern lediglich in das Internet gehängt wurde. Ob ich als der Angesprochene ihn dann finde oder überhaupt davon Kenntnis erhalte, muss nicht interessieren. Man erreicht zumindest, dass der Angesprochene und in diesem Fall Gescholtene sich nicht wehren wird. Und dies war wohl das Ziel.

Eine andere Sache ist dann allerdings der Inhalt. Und da wäre es unter anderen Umständen vielleicht möglich, evtl. sogar sinnvoll gewesen, eine sachliche Diskussion zu führen. Wenn man denn eine solche gewollt hätte.

Obwohl mich also der sogenannte "Offene Brief" wohl formal gar nicht erreichen sollte, will ich auf wenige Punkte eingehen, die mir darin vorgeworfen werden:

"Sie beraten durch Ihr Infoblatt Eltern in einer Weise, die nicht aufklärt, sondern verunsichert."

Nun haben Sie selbst eine lange Liste von Kriterien formuliert, was eine Diagnostik und Therapie der Rechenschwäche zu leisten habe. Mein Punkt ist, und da können Sie mir gerne widersprechen, dass diese Kriterien von einer Vielzahl von selbsternannten Dyskalkulietherapeuten nicht eingehalten werden. Ihr Ratschlag, dass sich Eltern selbst kundig machen sollten, um die Qualität der Therapie zu beurteilen, heißt letztlich, dass sich die Eltern am besten selbst zu Therapeuten machen sollen, bevor sie ihrem Kind eine teuer bezahlte Förderung zuteil werden lassen.

"Sie können doch nicht wollen, dass die Widersprüche des Bildungssystems auf dem Rücken der Eltern und der rechenschwachen Kinder ausgetragen werden – nur weil Sie sich über einige schlecht ausgebildete Privattherapeuten geärgert haben?"

Es ist nicht meine Sache, über die Widersprüche des Bildungssystems zu philosophieren, das überlasse ich Ihnen (wobei ich Ihnen in vielen Punkten nicht zustimmen kann). Dass Sie mit obiger Aussage unterstellen, dass diese Widersprüche aber nun durch Privatinstitute gelöst werden, macht mich schon nachdenklich. Es lässt sich der Eindruck nicht wegwischen, dass ein gesellschaftlicher Popanz aufgebaut wird, für den man dann ein Allheilmittel aus der Westentasche zieht und an dem man dann zufällig noch gut verdient.

Sie werfen mir vor, dass ich an der Schulwirklichkeit vorbei ein idealtypisches Bild der Therapiemöglichkeiten entwerfe, da die Realität ganz anders sei. Es werden, so sagen Sie, Gruppen angeboten und unspezifische Übungsprogramme durchgeführt.

Diese Praxis ist sicherlich anzugreifen, da haben Sie meine volle Unterstützung. Nur entwerfen Sie gegenüber der schmutzigen Schulpraxis ein idealtypisches Bild der privatwirtschaftlichen Institute. Als würden dort nicht Gruppen in unspezifischen Programmen nach dem Gieskannenprinzip "behandelt". Sicher gehen Sie dagegen an (?), siehe Ihre Kriterienliste.

Aber sind sie sicher, dass diese wohlformulierten und, ich unterstelle Ihnen diese Seriosität, auch so gemeinten Kriterien von allen Instituten eingehalten werden? Wer wacht darüber? Gibt es unter den niedergelassenen Dyskalkulietherapeuten eine Qualitätssicherung? Selbst für diejenigen auf Ihrer Liste? Und wie kommt diese Liste zustande?

Sie tun so, als gäbe es eine Aus- und Weiterbildung zum Dyskalkulietherapeuten, die von Privatinstituten durchgeführt werden. Die gibt es, da stimme ich Ihnen zu. Ich kenne hier in diesem Raum Institute, die Personen ohne Vorkenntnisse und ohne Examen an vier Wochenenden zum "Dyskalkulietherapeuten" oder zur "Rechenschwächetherapeutin" ausbilden, um anschließend im Franchisingverfahren stattliche Summen an Beteilungungshonorar zu kassieren. Sie mögen diese Praxis auch nicht mögen, das will ich unterstellen, aber dies erscheint mir nach meiner bisherigen, zugegebenermaßen beschränkten Erfahrung eher die Regel als die Ausnahme zu sein.

Es ist auch keineswegs so, dass sich die Privatinstitute einer Überprüfung oder auch nur Beratung ihrer Diagnostik, ihrer Methodik, ihres Vorgehens oder sonstiger Praxis öffnen würden. Im Gegenteil. Bislang sind jegliche Versuche meinerseits gescheitert, mit privatwirtschaftlichen Instituten in Kontakt zu kommen und ihr Innenleben zu beurteilen. Jegliche Einsichtnahme wurde bislang abgelehnt, es sei denn, es lagen gerichtliche Aufforderungen vor. Dies lässt mich nicht gerade hoffen, dass eine Kooperation gewünscht werde, die die (vermeintlichen oder tatsächlichen) gesellschaftlichen Widersprüche aufzuheben versucht.

"Eine vollständige und zur dyskalkulietherapeutischen Tätigkeit befähigende und bundesweit von allen Fachleuten anerkannte Ausbildung an Universitäten ist uns nicht bekannt. "

Dies ist wohl richtig. Allerdings ist mir auch keine vollständige und zur dyskalkulietherapeutischen Tätigkeit befähigende und bundesweit von allen Fachleuten anerkannte Ausbildung an einem Privatinstitut bekannt. Aber ich lasse mich gerne aufklären.

Inzwischen ist die Dyskalkulie sowohl in der Prüfungsordnung als auch in den Studienordnungen der Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg als obligatorisches Teilgebiet verankert. Die angehenden Grund- und SonderschullehrerInnen werden also in dieses Gebiet eingeführt. Hierzu machen sie bei uns in Ludwigsburg einen einsemestrigen Theoriekurs und betreuen anschließend in unserer der Hochschule angegliederten "Beratungsstelle für Kinder mit Rechenschwäche" zu zweit ein Kind ein oder mehrere Semester lang, wobei jede Förderstunde supervidiert und eine Vielzahl der Stunden videographiert wird.

Die hierbei von den Studierenden erworbene Kenntnis erscheint mir, neben den sonstigen Studieninhalten zur Mathematik, Mathematikdidaktik und Psychologie, im Vergleich zu vielen niedergelassenen Therapeuten durchaus umfangreich. Aber nicht genug, als dass ich dies bereits für eine Therapie als hinreichend ansehen würde und gar den Eltern empfehlen könnte, dafür ihr Geld auszugeben.

Ich bleibe dabei, dass ich keine Empfehlungen für bestimmte Institute abgebe. Dies liegt zum einen an meiner Unkenntnis über die Praxis der einzelnen Institute, wobei mir eine tiefergehende Kenntnis auch und gerade von diesen verwehrt wird (s.o.).

Zum anderen gibt es allerdings auch so viele Institute, dass ich mir einen Überblick nicht verschaffen kann und will (ich kenne Landkreise, in denen über 20 Dyskalkuliepraxen vertreten sind).

Meine Kritik richtet sich nicht, und diese Unterstellung verbitte ich mir, gegen die Privatwirtschaft ("Und überhaupt, wo leben wir denn? Ist neuerdings Privatwirtschaft wieder ein Schimpfwort? "). Diese ideologischen Töne tun der Diskussion nicht gut. Ich richte mich dagegen, dass diese Privatinstitute schon per se einen Freibrief für exquisite Förderung erhalten, ohne dass die Qualität überprüfbar ist. Auch nicht von Ihnen, Herr Steeg. ("Ist ein Mercedes-Benz etwa ein Schrottauto, weil der Verkäufer und der Hersteller damit Geld verdienen will? " Nein, natürlich nicht. Aber ein Fiat 500 ist auch deshalb kein Mercedes-Benz, weil der Verkäufer und der Hersteller mir das einreden wollen und ich, als unwissender Elternteil, ohne Möglichkeit mich über die Praxis der anbietenden Einrichtung zu informieren, dem Schein glauben muss.)

Aus diesem Grund habe ich in meinem Infoblatt geraten, sich bei Vorliegen oder auch schon dem Verdacht einer Rechenschwäche mit den Schulen, den Beratungslehrern, den Schulpsychologen und den Jugendämtern in Verbindung zu setzen. Diese wissen am besten, was direkt vor Ort die günstigste Vorgehensweise ist und welche Instanzen für eine Therapie in Frage kommen. Dies können auch privatwirtschaftliche Institute sein.

Allerdings, so legt es der "Offene Brief" nahe, kann man sich in Zweifelsfragen auch an Herrn F. Steeg wenden, der sämtliche Institute von Garmisch bis Flensburg, von Chemnitz bis Aachen auf ihre Qualität überprüft hat und Empfehlungen an besorgte Eltern aussprechen kann.

Ich hatte in der Vergangenheit gehofft, dass sich eine Kooperation zwischen den niedergelassenen privatwirtschaftlich arbeitenden Therapeuten und der Hochschule ergäben könnte. Diese Kooperation hätte Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung, des Austauschs von Erfahrungen so wie der Supervision umfassen können. Aber davon sind wir weit entfernt. Und dies ist keine Schuld der Hochschule!


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