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Drei grundsätzliche Vorbemerkungen zum Beratungsinfo zu den Schulgesetzen (weiter unten):

1.
Wenn Ihr Kind Ihrer Meinung nach besondere Probleme in Mathematik hat, bestehen Sie der Grundschule gegenüber auf individueller, inhaltlicher Analyse des Wissensstandes (Lernstandsanalyse) und individueller Leistungsbeurteilung (Aussetzen der üblichen, vergleichenden Bewertungen und Prüfungen). Wenden Sie sich gegen sinnlose Überforderungen (auch bei den Hausaufgaben) und beschämende Unterrichtssituationen, mit denen Ihr Kind vielleicht konfrontiert ist. Bitten Sie um eine gezielte individuelle Förderung Ihres Kindes, die auf einer individuellen, förderdiagnostischen Grundlage aufbaut. Lehnen Sie unspezifische Rechenübungen und zeitliche Mehrbelastungen für Ihr Kind ab. Machen Sie nicht selbst den Fehler, Ihr Kind wegen schulischer Konkurrenzanforderungen, die es zur Zeit nicht erfüllen kann, unter Druck zu setzen.

2.
Wenn Sie im Gespräch mit der LehrerIn nicht so recht weiterkommen, aber Förderung für und Rücksichtnahme auf Ihr Kind erreichen möchten, rufen Sie in Ihrem zuständigen Ministerium an (Bildungs-, Schul-, Kultusministerium) und lassen Sie sich mit der zuständigen ReferentIn für den jeweiligen Schultyp verbinden.

Fragen Sie danach, wer zum mathematischen Denken und Wissen Ihres Kindes eine Lernstandsanalyse erstellen kann. Lassen Sie sich beraten, ob und welche Fördermöglichkeiten, die auf einer Lernstandsanalyse aufbauen, es im Rahmen der Schule für Ihr Kind gibt.

Fragen Sie danach, welche entlastenden flankierenden Maßnahmen für das Fach Mathematik - Notenaussetzung, Befreiung von Klassenarbeiten und Tests, Hausaufgabenbefreiung, Befreiung von mündlichen Anforderungen - im Interesse Ihres Kindes zur Angstprävention, Vermeidung psychoneurotischer Sekundärproblematiken, Vermeidung von kontraproduktiven Lernerfahrungen und Verhinderung von Versagermentalität ergriffen werden können.

Sprechen Sie anschließend wieder mit der LehrerIn darüber, was konkret in der Schule für Ihr Kind besser gemacht werden kann. Verweisen Sie dabei auf die Auskünfte, die Sie von den zuständigen SchulreferentInnen erhalten haben.

3.
(speziell für Rheinland-Pfalz - ähnliche Vorschriften gibt es aber fast überall)
Erinnern Sie die LehrerInnen Ihres Kindes daran, daß in Rheinland-Pfalz seit Juni 2002 ein neuer Rahmenplan für die Grundschule gilt, der vorsieht, daß Kinder in ihrer individuellen Entwicklung unterstützt werden sollen.

Die neue Grundschulordnung von 2008 sollte letzte Mißverständnisse darüber, wie das Schulgesetz und die Regelungen aus dem Fördererlaß und dem Rahmenplan Mathematik zu verstehen sind, endgültig ausräumen! (siehe ganz unten)


Information für Eltern und Lehrer zum Schulrecht bei lernschwachen Schülern in Rheinland-Pfalz:


Förderung von Kindern mit Lernschwierigkeiten und Lernstörungen in der Grundschule

Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Bildung und Kultur vom 30.August 1993


Arbeitshilfe für die Kooperation von Schule und Jugendhilfe

Fördermaßnahmen bei Lese-, Rechtschreib- und Rechenschwäche - Gemeinsame Bekanntmachung des Ministerium für Kultur, Jugend, Familie und Frauen und des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung vom 12. Januar 1999 (1543 B-51 279/31(1))

Wichtig im Zusammenhang mit der neuen Situation in der Grundschule, die vielen LehrerInnen noch gar nicht bewußt ist:
Der Rahmenplan Grundschule - Allgemeine Grundlegung Teilrahmenplan Mathematik
(Juni 2002, Hrsg.: MBFJ-Mainz, 37 Seiten, PDF-Datei:  576 KB)

Aktuelle rheinland-pfälzische Gesetzestexte finden Sie unter:
Schulgesetze für Rheinland-Pfalz

Ansprechpartner bei Fragen zu den amtlichen Texten und bei Problemen im Gespräch mit den LehrerInnen vor Ort über Förderungen und flankierende Maßnahmen - MBK, Abteilung: 4 B, Referat: 943 B, Grundschulreferenten:
Telefon: Frau Bank 06131-16-4551 oder Herr Reviol 06131-16-5753


Information für Eltern und Lehrer zum Schulrecht bei lernschwachen Schülern in ganz Deutschland:

auf den diesbezüglichen Seiten des Bundesverbands-Legasthenie und Dyskalkulie (BVL)


Beratungsinfo für Eltern rechenschwacher Kinder wegen flankierender Maßnahmen
während einer Rechenschwächetherapie oder Mathematikförderung

(Stand: 2012 - bezogen auf Rheinland-Pfalz)

© RESI-Volxheim 2012

Wir bitten zu beachten: Eine einklagbare Gewährleistung für die juristische Richtigkeit unserer Informationen und Schlußfolgerungen daraus kann nicht gegeben werden.
Wir führen keine juristische Beratung durch und sind keine juristischen Fachleute. Hierfür bitten wir Sie, wenn nötig und zweckmäßig, einen Rechtsanwalt zu konsultieren. Unsere Beratung erfolgt nach bestem Wissen und Gewissen, nach Auswertung aktueller Literatur und unserer Erfahrungen in der Praxis. Zwischenzeitliche Änderungen von Gesetzen, Verordnungen und ihrer unterschiedlichen Anwendung werden, soweit uns bekannt, zu Aktualisierungen dieses Infoblattes führen, wenn wir dies für praxisrelevant halten.

Für die Grundschulen in Rheinland-Pfalz sollten unsere Vorschläge (gemäß jeweiliger individueller Begründung) eigentlich selbstverständlich sein, wenn es um die Unterstützung von außerschulischen Fördermaßnahmen geht (z.B. durch Notenaussetzungen, Befreiung von Klassenarbeiten und Hausaufgaben, Freistellung der mündlichen Mitarbeit). Im folgenden Text finden Sie Paragraphen und Kommentare zur Möglichkeit und Notwendigkeit flankierender Maßnahmen bei Rechenschwächetherapie auch in der weiterführenden Schule. Leider werden immer noch Schulgesetze viel zu restriktiv oder auch falsch angewendet und interpretiert. Um dem entgegenzuwirken, geben wir anhand der folgenden ausgewählten Paragraphen und Kommentare einige Hinweise.
Die Hervorhebungen in den §§ wurden von uns vorgenommen. Die Auswahl der §§ und Abschnitte aus den amtlichen Texten ergibt sich ausschließlich daraus, welche davon wir für beratungsrelevant halten:


Aus der Verfassung von Rheinland-Pfalz:

Artikel 1
(1) Der Mensch ist frei. Er hat ein natürliches Recht auf die Entwicklung seiner körperlichen und geistigen Anlagen und auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit innerhalb der durch das natürliche Sittengesetz gegebenen Schranken.
(2) Der Staat hat die Aufgabe, die persönliche Freiheit und Selbständigkeit des Menschen zu schützen sowie das Wohlergehen des Einzelnen und der innerstaatlichen Gemeinschaften durch die Verwirklichung des Gemeinwohls zu fördern.
(3) Die Rechte und Pflichten der öffentlichen Gewalt werden durch die naturrechtlich bestimmten Erfordernisse des Gemeinwohls begründet und begrenzt.
(4) Die Organe der Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung sind zur Wahrung dieser Grundsätze verpflichtet.

Aus dem Schulgesetz von Rheinland-Pfalz (Neufassung vom 30.03.2004, in Kraft ab 01.08.2004):

§1 Auftrag der Schule
(1) Der Auftrag der Schule bestimmt sich aus dem Recht des jungen Menschen auf Förderung seiner Anlagen und Erweiterung seiner Fähigkeiten sowie aus dem Anspruch von Staat und Gesellschaft an Bürgerinnen und Bürger zur Wahrnehmung von Rechten und Übernahme von Pflichten hinreichend vorbereitet zu sein.
(2) In Erfüllung ihres Auftrages erzieht die Schule zur Selbstbestimmung in Verantwortung vor Gott und den Mitmenschen, zur Anerkennung ethischer Normen, zur Gleichberechtigung von Frau und Mann, zur Gleichstellung von behinderten und nicht behinderten Menschen, zur Achtung vor der Überzeugung anderer, zur Bereitschaft, die sozialen und politischen Aufgaben im freiheitlich-demokratischen und sozialen Rechtsstaat zu übernehmen, zum gewaltfreien Zusammenleben und zur verpflichtenden Idee der Völkergemeinschaft. Sie führt zu selbständigem Urteil, zu eigenverantwortlichem Handeln und zur Leistungsbereitschaft; sie vermittelt Kenntnisse und Fertigkeiten mit dem Ziel, die freie Entfaltung der Persönlichkeit und die Orientierung in der modernen Welt zu ermöglichen, Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt zu fördern sowie zur Erfüllung der Aufgaben in Staat, Gesellschaft und Beruf zu befähigen. Sie leistet einen Beitrag zur Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Alle Schulen wirken bei der Integration von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf mit.

§2 Eltern und Schule
(1) Die Schule achtet bei der Erfüllung ihres Auftrages das natürliche und zugleich verfassungsmäßige Recht der Eltern, über die Erziehung ihrer Kinder zu bestimmen.
(2) Schule und Eltern gewährleisten gemeinsam das Recht des Kindes auf Erziehung und Bildung. Sie ermöglichen dem Kind die Wahrnehmung des öffentlichen Erziehungs- und Bildungsangebots entsprechend seiner Neigung, seinen Fähigkeiten und seiner Entwicklung.
(3) Das Erziehungsrecht der Eltern und der staatliche Bildungs- und Erziehungsauftrag sind in der Schule einander gleichgeordnet. Die gemeinsame Erziehungsaufgabe verpflichtet zu vertrauensvollem und partnerschaftlichem Zusammenwirken, zu gegenseitiger Unterrichtung und Hilfe in allen für das Schulverhältnis bedeutsamen Fragen sowie zu Aufgeschlossenheit und Offenheit im Umgang miteinander. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützen die Eltern die Schule; sie können schulische Vorhaben fördern und Aufgaben übernehmen.
(4) Die Eltern haben ein Recht auf Beratung und Unterrichtung in fachlichen, pädagogischen und schulischen Fragen.
(5) Die Eltern haben einen Anspruch auf Teilnahme am Unterricht und an schulischen Veranstaltungen ihres Kindes, während dieses eine Schule der Primarstufe oder Sekundarstufe I besucht. Auf die pädagogischen Erfordernisse des Unterrichts und der Schule ist Rücksicht zu nehmen. Das Nähere regeln die Schulordnungen.
(6) Die Eltern unterrichten die Schule über besondere Umstände, die die schulische Entwicklung des Kindes beeinflussen.
(7) Die Schule informiert die Eltern über alle wesentlichen Fragen des Unterrichts und der Erziehung.

§3 Schülerinnen und Schüler
(1) Die Schüler nehmen in der Schule ihr Recht auf Bildung und Erziehung wahr.
(2) Die Schule fördert die Schüler in ihrer persönlichen Entwicklung. Sie bietet ihnen Information, Beratung, Unterstützung und Hilfe in allen für das Schulleben wesentlichen Fragen an und empfiehlt in schulischen Problemlagen Ansprechpersonen.
(3) Die Schülerinnen und Schüler sind verpflichtet, vom schulischen Bildungs- und Erziehungsangebot verantwortlich Gebrauch zu machen. Unterricht und Erziehung erfordern die Mitarbeit und Leistung.
(4) Die Schülerinnen und Schüler werden ihrem Alter und ihrer Entwicklung entsprechend in die Entscheidungsfindung über die Gestaltung des Unterrichts, des außerunterrichtlichen Bereichs und der schulischen Gemeinschaft eingebunden. Es gehört zu den Aufgaben der Schule ihnen diese Mitwirkungsmöglichkeiten zu erschließen.
(5) Behinderte Schülerinnen und Schüler sollen das schulische Bildungs- und Erziehungsangebot grundsätzlich selbständig, barrierefrei im Sinne des §2 Abs. 3 des Landesgesetzes zur Gleichstellung behinderter Menschen und gemeinsam mit nicht behinderten Schülerinnen und Schülern nutzen können, wenn hierfür die sächlichen, räumlichen, personellen und organisatorischen Bedingungen geschaffen werden können. Bei der Gestaltung des Unterrichts und bei Leistungsfeststellungen sind die besonderen Belange behinderter Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen und ihnen die zum Ausgleich ihrer Behinderung erforderlichen Arbeitserleichterungen zu gewähren.

§10 Aufgaben und Zuordnung der Schularten
(1) Jede Schulart und jede Schule ist der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler verpflichtet. Alle Maßnahmen der Leistungs- und Neigungsdifferenzierung in innerer und äußerer Form wie auch die sonderpädagogische Förderung durch Prävention und integrierte Fördermaßnahmen tragen diesem Ziel Rechnung. Das Nähere regeln die Schulordnungen. Die Schulen sind verpflichtet, sich an der Lehrerausbildung zu beteiligen.
(2) Die Grundschule führt in schulisches Lernen ein und legt die Grundlage für die weitere schulische Bildung.

§19 Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen und Institutionen
Die Schulen arbeiten im Rahmen ihrer Aufgaben 1. mit den Trägern und Einrichtungen der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe, insbesondere mit den Kindertagesstätten, 2. mit anderen außerschulischen Einrichtungen und Institutionen, deren Tätigkeit für die Lebenssituation junger Menschen wesentlich ist, insbesondere mit anderen Bildungseinrichtungen und Betrieben, zusammen.

§64 Teilnahme am Unterricht, Untersuchungen
(1) Die Schüler haben regelmäßig am Unterricht und an sonstigen für verbindlich erklärten Schulveranstaltungen teilzunehmen, eigene Leistungen und die erforderlichen Leistungsnachweise zu erbringen.

Unsere Kommentare und Argumentationsvorschläge zu den oben zitierten Pragraphen aus dem neuen Schulgesetz:

Aus keinem Zitat läßt sich ein Zwang ableiten, trotz Lernschwierigkeiten benoten zu müssen oder Anforderungen, getrennt vom Verständnis des Kindes, unbedingt stellen zu müssen. Das Wohl des betroffenen Kindes kann nicht geringer gelten als das Interesse an "Auslese zum Wohl der Gesellschaft" (Hierzu siehe auch oben in der Landesverfassung Artikel 1(2): " ...
durch die naturrechtlich bestimmten Erfordernisse des Gemeinwohls begründet und begrenzt.").

Trotzdem wird neuerdings in Rheinland-Pfalz wieder vielerorts der Grundsatz eingehalten, im Fach Mathematik müsse in der weiterführenden Schule unbedingt benotet werden und Klassenarbeiten mitgeschrieben werden. Dagegen sollte trotzdem im Einzelfall argumentiert werden, da sowohl Zeugnisnoten als auch Klassenarbeiten negative Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit der Schüler haben und außerdem geeignet sind, Lernmotivation und vernünftige Lernstrategien im weitesten Sinne zu torpedieren.

Zu §1
Die Schule verletzt ihre Pflicht gegenüber dem § 1, wennn sie die ihr in §1 aufgetragenen Aufgaben (Hervorhebungen/Fettdruck) in §1 verunmöglicht - z.B. durch Ablehnung flankierender Maßnahmen wie Notenaussetzungen, Unterlassen von Überforderungen und Bloßstellungen im Unterricht und bezogen auf die Hausaufgaben.

Zu §2(1-4)
In der Regel fehlt die mathematische Lernstandsanalyse der Schule. Diese (z.B. im RESI) einzuholen, wird den Eltern überlassen (auch die Kosten dafür)! Über die Konsequenzen für den Umgang mit rechenschwachen Kindern - ganz im Sinne der Schulgesetze (siehe auch die Verwaltungsvorschrift von 1993) - kann die Schule sich dann nicht mit einseitig und falsch interpretierten Paragraphen hinwegsetzen - und wo bleiben da übrigens "Zusammenwirken, Aufgeschlossenheit und Offenheit".

Zu §2(6)
Diese Pflicht haben Eltern umfassend erfüllt, wenn sie ein Gutachten in Auftrag geben und der Schule zukommen lassen. Anhand des Gutachtens wird auch in der Regel nachgewiesen, daß ein rechenschwaches Kind nicht an einer prinzipiell eigenen Unfähigkeit in Mathematik leidet, sondern seine Besonderheiten und Entwicklungsprobleme offensichtlich ignoriert wurden (meistens bereits in der Grundschule). Oft sehen es die Schulen nicht gern, wenn Eltern Ihrer Pflicht nach §2(6) nachkommen. Die minimalsten praktischen Konsequenzen aus dem Resultat elterlicher Pflichterfüllung nach §2(6), die von der Schule leicht gezogen und tatkräftig unterstützt werden könnten, werden von der Schule oft ignoriert bzw. torpediert.

Zu §3(1+2)
Eine Ablehnung flankierender Maßnahmen zu einer nachgewiesenermaßen notwendigen individuellen Förderung verletzt §3(2) unmittelbar und schädigt das Kind in seiner persönlichen Entwicklung. Die Inanspruchnahme außerschulischer Ansprechpartner wird oft von den Eltern angestrebt, noch bevor LehrerInnen Hinweise geben, weil von Seiten der Schule kein Handlungsbedarf erkannt wird.

Zu §3(3)
Ein Kind, das nachweislich (!) keine notwendigen Wissensgrundlagen für einen Unterrichtsstoff besitzt, kann gerade nicht "verantwortlich vom Angebot Gebrauch machen" und kann keine verständige "Mitarbeit und Leistungen" im inhaltlichen Sinne des Lernstoffs erbringen! Wollte man bewirken, daß das Kind in Prüfungen unverstandene Worthülsen und Zeichensätze aufschreibt, damit man gute oder schlechte Noten dafür geben kann, wäre dies eine Schädigung der geistigen Entwicklung, die zum Zwecke schulischer Auslese in Kauf genommen wird.

Zu §3(5)
Gleichgültig, welchen Behinderungsbegriff oder Rechenschwächebegriff die Schule anwenden will, darf eins nicht passieren: SchülerInnen, die etwas noch nicht einmal in seinen Grundlagen verstanden haben, dürfen nicht an einem Leistungsniveau gemessen werden, das sie nachgewiesenermaßen überhaupt nicht erfüllen können. Das wäre reine Schikane zum Zwecke der Auslese oder auch einfach ein völlig unpädagogisches Vorgehen zum Schaden der betroffenen Kinder.

Zu §10
Der Paragraph ist ernst zu nehmen und seine Umsetzung zu fordern. Aufgaben müssen erfüllt werden, nicht nur von Schülern!

Zu §19
Außerschulische Einrichtungen müssen der Schule Argumente für ihr Vorgehen und ihre Vorschläge präsentieren. Nur dann dann kann die Schule dazu Stellung nehmen.

Zu §64
Bei der Pflicht zur Leistungserbringung ist unterstellt, daß das Kind den oben angeführten Anforderungen gerecht werden kann! Zur Not muß die Schule die Leistungen, die ein Kind mit Verstand erfüllen kann in Fragen formulieren und sie dann als Prüfungsstoff vorgeben, sofern die Schule dies leisten kann - ohne eine sinnvolle Förderung zu behindern, also keine kontraproduktiven Anforderungen stellen. Im Zweifelsfall hat die Schule die Pflicht, auf Prüfungsanforderungen ganz zu verzichten, um ihrer Fürsorgepflicht im Sinne des §1 nachzukommen. Der §1 ist eben der §1 und der §64 nur der §64.
 
Nicht mehr aktuell:

Bis vor einiger Zeit vertraten einzelne Schulreferenten der Landesregierung noch folgende Auffassungen:

Förderung gehe vor Leistungsbewertung - auch in den höheren Klassen bis einschließlich der 8. Klasse, wenn nötig!
Eine Notengebung am Klassenniveau trotz individuellen Förderbedarfs wegen nachgewiesener Rechenschwierigkeiten könne pädagogisch nicht begründet werden.
Ein Verbot der Notenaussetzung gäbe es nicht und auch keine unbedingte Pflicht zur Bewertung und Teilnahme an klassenniveauorientierten Leistungsbeurteilungen.
Es gelte im Prinzip immer - bei unterstellter pädagogischer Beurteilung -, daß erlaubt sei, was nicht verboten ist.


Unter Berufung auf den KMK-Beschluß von 2004 in der Fassung vom 15.11.2007 wurde uns inzwischen (2012) mitgeteilt, dass solche Aussagen für rheinland-pfälzische Schulen nicht (mehr) zutreffen !


Aus der übergreifenden Schulordnung von Rheinland-Pfalz:

§1 Recht auf Bildung und Erziehung, Mitgestaltung des Schullebens
(4) Die Schule beachtet in ihrer Unterrichts- und Erziehungsarbeit den jeweiligen Entwicklungsstand, den der Schüler durch die Erziehung in der Familie und die bisherige Schullaufbahn erreicht hat. Sie beteiligt den Schüler an der Planung und Gestaltung des Unterrichts, des außerunterrichtlichen Bereichs und der schulischen Gemeinschaft.

§ 2 Individuelle Förderung; Beratung und Unterstützung durch die Schule
(1) Jede Schulart und jede Schule ist der individuellen Förderung der Schüler verpflichtet.
(2) Bei der Gestaltung des Unterrichts sind die besonderen Belange behinderter Schüler zu berücksichtigen.
(3) Der Schüler hat das Recht auf Beratung, Förderung und Unterstützung durch die Schule in allen für das Schulleben wesentlichen Fragen und in Fragen der Berufswahl. In schulischen Problemlagen empfiehlt die Schule Ansprechpersonen.

§ 8 Zusammenwirken von Eltern und Schule
(1) Die gemeinsame Bildungs- und Erziehungsaufgabe verpflichtet Schule und Eltern zu vertrauensvoller Zusammenarbeit. Das Zusammenwirken von Eltern und Schule richtet sich nach § 2 SchulG .
(2) Die Eltern unterrichten im Interesse des Schülers die Schule, wenn besondere Umstände wie längere Krankheit, außergewöhnliche Entwicklungsstörungen oder besonders ungünstige häusliche Verhältnisse die schulische Entwicklung des Schülers beeinträchtigen; sie entscheiden im Rahmen ihres Erziehungsrechts, welche personenbezogenen Daten des Schülers sie insoweit übermitteln.
(3) Die Schule berät die Eltern in fachlichen, pädagogischen und schulischen Fragen, insbesondere im Zusammenhang mit der Wahl der Schullaufbahn und der Vorbereitung der Berufswahl eines Schülers. Die Schule unterrichtet die Eltern möglichst frühzeitig über ein auffallendes Absinken der Leistungen und über sonstige wesentliche, den Schüler betreffende Vorgänge. Die Eltern haben Anspruch auf Unterrichtung über die Bewertungsmaßstäbe und auf Auskunft über den Leistungsstand. Sie haben Anspruch auf Einsichtnahme in die ihr Kind betreffenden Unterlagen und Anspruch auf Auskunft über die ihr Kind betreffenden Daten und die Stellen, an die die Daten übermittelt worden sind. Ausgenommen von diesem Einsichts- und Auskunftsrecht sind pädagogische Notizen der Lehrer und den täglichen Unterricht begleitende Notizen.

§ 45 Grundlagen der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung
(1) Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung werden gemäß § 25 Abs. 1 SchulG durch die pädagogische Verantwortung und die Freiheit des Lehrers bestimmt. Schülerleistungen sind als Schritte und Resultate im Lernprozeß zu sehen.
(2) Bei der Leistungsfeststellung und der Leistungsbeurteilung ist nach Eigenart des Faches eine Vielfalt von mündlichen, schriftlichen und praktischen Arbeitsformen zugrunde zu legen, wie Beiträge zum Unterrichtsgespräch, Diskussionsbeiträge, mündlicher Vortrag, mündliche Überprüfung, Hausaufgaben, mündliches und schriftliches Abfragen der Hausaufgaben, Unterrichtsprotokolle, schriftliche Überprüfung (§ 47 Abs. 4), schriftliche Ausarbeitungen zur Übung und zur Sicherung der Ergebnisse einzelner Unterrichtsstunden, Klassenarbeiten, Kursarbeiten und praktische Übungen im künstlerisch-musischen und technischen Bereich sowie im Sport. Alle zur Leistungsfeststellung herangezogenen Arbeitsformen müssen im Unterricht geübt worden sein.
(3) Die Leistungsbeurteilung erfolgt punktuell oder epochal. Die Anzahl der Leistungsbeurteilungen kann bei den einzelnen Schülern verschieden sein.
(4) Die besonderen Belange behinderter Schüler sind zu berücksichtigen, insbesondere sind ihnen die zum Ausgleich ihrer Behinderung erforderlichen Arbeitserleichterungen zu gewähren. Satz 1 kann auch für Schüler mit besonderen Lernstörungen entsprechend angewandt werden. Das Nähere regelt das fachlich zuständige Ministerium.

§ 46 Hausaufgaben
(1) Hausaufgaben sind so vorzubereiten und zu stellen, daß die Schüler sie ohne außerschulische Hilfe in angemessener Zeit bewältigen können. Umfang und Schwierigkeitsgrad der Hausaufgaben sind dem Alter und dem Leistungsvermögen der Schüler anzupassen. Die Lehrer sind verpflichtet, die tägliche Gesamtbelastung des Schülers angemessen zu berücksichtigen. Der Klassenleiter achtet auf die Einhaltung dieser Regelung.

§ 48 Leistungsbeurteilung
(1) Leistungen werden nach dem Grad des Erreichens von Lernanforderungen beurteilt. Die Beurteilung berücksichtigt den individuellen Lernfortschritt des Schüler, seine Leistungsbereitschaft und auch die Lerngruppe, in der die Leistung erbracht wird.

§ 56 Festsetzung der Zeugnisnoten
(7) Kann eine Zeugnisnote aus Gründen, die bei dem einzelnen Schüler selbst liegen, nicht erteilt werden, wird im Zeugnis anstelle der Note vermerkt, daß die Leistung nicht feststellbar ist. Die Gründe hierfür sind unter Bemerkungen anzugeben. Stellt die Klassenkonferenz unter Vorsitz des Schulleiters oder seines Vertreters ein schuldhaftes Verhalten, inbesondere Leistungsverweigerung fest, wird das Fach bei der Versetzungsentscheidung wie die Zeugnisnote "ungenügend" bewertet; dies ist im Zeugnis zu vermerken; in die über den Schüler zu führenden Unterlagen ist eine Begründung aufzunehmen.

§ 58 Zeugnisausstellung
(5) Bei Fächern, in denen der Schüler vom Unterricht befreit wurde, ist dies anstelle der Noteneintragung zu vermerken.

§ 62 Versetzung in besonderen Fällen
(1) Ein Schüler kann abweichend von den Bestimmungen der §§ 60 und 61 in besonderen Fällen, wie längerer Krankheit, Wechsel der Schule während des Schuljahres, außergewöhnlichen Entwicklungsstörungen, besonders ungünstigen häuslichen Verhältnissen oder einseitiger Begabung versetzt werden, wenn dies bei Würdigung seiner Gesamtpersönlichkeit, seiner besonderen Lage, seines Leistungsstandes, einschließlich des Leistungsstandes im wahlfreien Unterricht, und seines Arbeitswillens gerechtfertigt und eine erfolgreiche Mitarbeit in der nächsthöheren Klassenstufe zu erwarten ist.

§ 81 Schulpsychologischer Dienst
(1) Schulpsychologen beraten Schüler und deren Eltern in Kooperation mit den Lehrern in besonderen schulischen Problemlagen ( § 21 Abs. 3 SchulG).
(2) Schulleiter und Lehrer sind verpflichtet, die Schulpsychologen bei der Erfüllung ihres Auftrags zu unterstützen.
(3) Schulpsychologen nehmen nach Maßgabe der Konferenzordnung an Konferenzen teil.

Aus der Förder-VV (1993) für Grundschulen in Rheinland-Pfalz:
 
2.9 Für Schülerinnen und Schüler, deren besondere Lernschwierigkeiten und Lernstörungen innerhalb der Grundschulzeit nicht behoben werden konnten, können in der Sekundarstufe I, insbesondere in der Orientierungsstufe, geeignete Fördermaßnahmen fortgeführt werden.

Aus der Grundschulordnung von Rheinland-Pfalz (vom 10. Oktober 2008):

§ 1 Zielsetzung und Gestaltung von Unterricht und Schulleben
(1) Die Grundschule führt die Schülerinnen und Schüler in das schulische Lernen ein. Sie befähigt sie zum selbstständigen und gemeinsamen Lernen und Handeln. Sie leitet zur Übernahme von Werten, Einstellungen und Haltungen im Sinne des § 1 des Schulgesetzes (SchulG) an. Sie bietet den Schülerinnen und Schülern Hilfen und Orientierung und fördert ihre individuelle Entwicklung.
(2) Die Grundschule geht in ihrer Bildungs- und Erziehungsarbeit vom jeweiligen Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler aus. Sie beteiligt die Schülerinnen und Schüler an der Planung und Gestaltung des Unterrichts und des Schullebens.
(5) Die Grundschule befähigt die Schülerinnen und Schüler zum Übergang in die weiterführenden Schulen.

§ 2 Recht auf Bildung und Erziehung, Mitgestaltung des Schullebens
(1) Die Schülerinnen und Schüler nehmen ihr Recht auf Bildung und Erziehung in der Schule (§ 3 SchulG) auf der Grundlage dieser Schulordnung wahr.
(2) Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, gestellte Anforderungen zunehmend selbstständig zu erfüllen, sich eigene Aufgaben zu stellen, eigene Leistungen zu erbringen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten Pflichten zu übernehmen.

§ 3 Beratung und Unterstützung durch die Schule
(1) Der Schüler hat das Recht auf Beratung, Unterrichtung und Unterstützung.

§ 7 Zusammenwirken von Eltern und Schule
(1) Die gemeinsame Bildungs- und Erziehungsaufgabe verpflichtet Schule und Eltern zu vertrauensvoller Zusammenarbeit.
(2) Die Schule berät die Eltern in fachlichen, pädagogischen und schulischen Fragen, bei Erziehungs- und Lernschwierigkeiten und bei der Schullaufbahn, insbesondere beim Übergang zu einem weiterführenden Bildungsgang. Sie unterrichtet die Eltern möglichst frühzeitig über ein auffallendes Absinken der Leistungen und über sonstige wesentliche, die Schülerin oder den Schüler betreffende Vorgänge. Sie weist rechtzeitig auf die Möglichkeit des freiwilligen Zurücktretens oder des Überspringens einer Klassenstufe hin.
(3) Jede Lehrkraft hält zur Unterrichtung und Beratung der Eltern regelmäßig Sprechstunden ab. Den Eltern ist auch außerhalb der Sprechstunden Gelegenheit zu einem Gespräch zu geben.
(5) Die Eltern haben Anspruch auf Unterrichtung über die Bewertungsmaßstäbe und auf Auskunft über den Leistungsstand und die Entwicklung ihres Kindes. Sie haben Anspruch auf Einsichtnahme in die ihr Kind betreffenden Unterlagen und Anspruch auf Auskunft über die ihr Kind betreffenden Daten und die Stellen, an die die Daten übermittelt worden sind. Ausgenommen von diesem Einsichtsund Auskunftsrecht sind pädagogische Notizen der Lehrkräfte und den täglichen Unterrichtsbetrieb begleitende Notizen.
(7) Die Eltern unterrichten im Interesse der Schülerin oder des Schülers die Schule, wenn besondere Umstände wie längere Krankheit, außergewöhnliche Entwicklungsstörungen oder besonders ungünstige häusliche Verhältnisse die schulische Entwicklung der Schülerin oder des Schülers beeinträchtigen. Sie entscheiden im Rahmen ihres Erziehungsrechts, welche personenbezogenen Daten der Schülerin oder des Schülers sie insoweit übermitteln.

§ 9 Eltern im Unterricht
(1) Die Eltern haben einen Anspruch auf Teilnahme am Unterricht und an schulischen Veranstaltungen ihres Kindes nach Maßgabe des § 2 Abs. 5 SchulG.

§ 14 Schulkindergarten
(1) Der Schulkindergarten ist der Grundschule zugeordnet. Für jeden Schulkindergarten wird ein Schulbezirk festgelegt. § 12 Abs. 3 gilt entsprechend.
(2) Der Schulkindergarten hat die Aufgabe, Kinder, die vom Schulbesuch zurückgestellt sind, so zu fördern, dass sie im folgenden Schuljahr erfolgreich am Unterricht teilnehmen können.
(3) Ein Schulkindergarten kann auch auf Antrag der Schule und mit Genehmigung der Schulbehörde in die Eingangsstufe mit besonderem Förderauftrag integriert werden.

§ 15 Sonderpädagogische Förderung Für Schülerinnen und Schüler, die mit individueller Förderung in der Grundschule nicht ausreichend gefördert werden können, kann das Verfahren zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs eingeleitet werden. Das Nähere regelt die für die öffentlichen Förderschulen geltende Schulordnung.

§ 27 Freiwilliges Zurücktreten
(1) Aus wichtigem Grund, insbesondere bei längerer Krankheit während des Schuljahres, bei Schulwechsel, bei besonderen Schwierigkeiten in der Entwicklung oder in den häuslichen Verhältnissen kann eine Schülerin oder ein Schüler der Klassenstufen 2 bis 4 auf Antrag der Eltern und mit Zustimmung der Klassenkonferenz unter Vorsitz der Schulleiterin oder des Schulleiters einmal in die nächstniedere Klasse zurücktreten.

§ 28 Fördermaßnahmen für Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten und Lernstörungen
(1) Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten und Lernstörungen sind entsprechend ihren individuellen Voraussetzungen zu fördern. Für sie ist ein individueller Förderplan zu erstellen und im Verlauf des Lernprozesses zu überprüfen und anzupassen. Außerschulische Fachleute können beratend hinzugezogen werden.
(2) Der Förderplan ist den Eltern zu erläutern.
(3) Die Förderung erfolgt, je nach Ausprägung der Schwierigkeiten und Störungen, in gestufter Form, vorrangig durch klasseninterne Differenzierungsmaßnahmen, nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Lehrerwochenstunden durch zusätzliche Förderung mit Doppelbesetzungen oder in Kleingruppen und, wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, durch integrierte sonderpädagogische Förderung.
(4) Art und Dauer der Förderung ist mit den Eltern und allen an der Förderung der Schülerinnen und Schüler Beteiligten abzustimmen. Die Eltern sind zu beraten und regelmäßig über die Entwicklung zu unterrichten.
(5) Solange die Lernschwierigkeiten oder Lernstörungen bestehen, erfolgt die Beurteilung der Leistungen in diesen Bereichen ausschließlich in Bezug auf den individuellen Lernfortschritt. Die Leistungen werden in den Klassenstufen 3 und 4 nicht benotet sondern verbal beurteilt.
(6) Das Nähere regelt das fachlich zuständige Ministerium.

§ 29 Integrativer Unterricht
(1)Schülerinnen und Schüler, die nach Feststellung der Schulbehörde sonderpädagogischen Förderbedarf haben, können gemäß § 59 Abs. 4 SchulG auch integrativ in der Grundschule gefördert werden. Die Entscheidung über den Förderort trifft die Schulbehörde nach Anhören der Eltern und auf der Grundlage eines sonderpädagogischen Gutachtens.
(2) Für integrativ geförderte Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf gelten grundsätzlich die Bestimmungen dieser Schulordnung; für die Zielsetzung und Gestaltung des Unterrichts gilt § 1 Abs. 2 bis 7 der für die öffentlichen Förderschulen geltenden Schulordnung entsprechend. Im Übrigen gelten die Vorschriften der für die öffentlichen Förderschulen geltenden Schulordnung über den Schullaufbahnwechsel entsprechend.
(3) Soweit diese Schülerinnen und Schüler sonderpädagogischen Förderbedarf in den Förderschwerpunkten Lernen oder ganzheitliche Entwicklung haben, gelten abweichend von dieser Schulordnung die in der für die öffentlichen Förderschulen geltenden Schulordnung für die Bildungsgänge Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen und Schule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung bestehenden Regelungen zu Schulverhältnis, Leistungsfeststellung und -beurteilung, Zeugnissen, Versetzungen und Schulabschlüssen (zieldifferenter Unterricht). In die Zeugnisse ist ein Vermerk aufzunehmen, in welchem Bildungsgang die Schülerin oder der Schüler integrativ unterrichtet wurde.

§ 33 Grundsätze der Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung
(1) Die Schule fördert durch individuelle Anforderungen, die dem jeweiligen Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler angemessen sind, die Leistungsbereitschaft, Leistungsfähigkeit und das Erreichen von Leistungen. Ermutigung, Bestätigung, Lernhilfe und Lernkontrolle sind Grundlagen für ein zielgerichtetes Lernen.
(2) Leistungsfeststellung und Leistungsbeurteilung erfolgen gemäß § 25 Abs. 1 SchulG in pädagogischer Verantwortung der Lehrkräfte. Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler sind als Schritte und Resultate im Lernprozess zu sehen. Der Lernprozess wird dokumentiert. Form und Anzahl der Leistungsfeststellungen werden von pädagogischen Gesichtspunkten bestimmt. Die Leistungsbeurteilung erfolgt punktuell oder epochal. Der Unterricht muss genügend bewertungsfreie Lernabschnitte enthalten.
(3) Bei Leistungsfeststellungen und Leistungsbeurteilungen sind je nach Eigenart des Faches vielfältige mündliche, schriftliche und praktische Arbeitsformen zugrunde zu legen, wie Beiträge zum Unterrichtsgespräch, Erzählen und Berichten, mündliche oder schriftliche Überprüfungen, schriftliche Übungen zur Sicherung der Ergebnisse einzelner Unterrichtsstunden, schriftliche Leistungsnachweise, praktische Arbeiten im künstlerisch-musischen und technischen Bereich sowie Lern- und Leistungsergebnisse im Sport. Alle zur Leistungsfeststellung herangezogenen Arbeitsformen müssen im Unterricht geübt worden sein. Mündliche Arbeitsformen haben bei der Erarbeitung und Sicherung von Unterrichtsinhalten und bei der Leistungsbeurteilung besonderes Gewicht. Die Anzahl der Leistungsfeststellungen kann bei einzelnen Schülerinnen und Schülern verschieden sein.
(4) Die besonderen Belange behinderter Schülerinnen und Schüler sind zu berücksichtigen, insbesondere sind ihnen die zum Ausgleich ihrer Behinderung erforderlichen Arbeitserleichterungen zu gewähren. Satz 1 kann auch für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Lernstörungen entsprechend angewandt werden. Das Nähere regelt das fachlich zuständige Ministerium.

§ 34 Leistungsbeurteilung
(1) Leistungen werden nach dem Grad des Erreichens von Lernanforderungen beurteilt. Die Beurteilung berücksichtigt den individuellen Lernfortschritt der Schülerinnen und Schüler, ihre Leistungsbereitschaft und auch die Lerngruppe, in der die Leistung erbracht wird.
(3) Auf Beschluss der Gesamtkonferenz und im Benehmen mit dem Schulelternbeirat kann in der Klassenstufe 3 für das erste Halbjahr oder für das ganze Schuljahr die Beurteilung weiterhin ausschließlich verbal erfolgen.

§ 36 Schriftliche Überprüfungen, schriftliche Leistungsnachweise
(6) Die Aufgabenstellung der schriftlichen Leistungsnachweise und schriftlichen Überprüfungen soll aus dem Unterricht erwachsen, keine künstlichen oder gehäuften Schwierigkeiten enthalten und nach Umfang, Anforderung und Zeit das Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler beachten.

§ 37 Hausaufgaben
(1) Hausaufgaben sind so vorzubereiten und zu stellen, dass die Schülerinnen und Schüler sie ohne außerschulische Hilfe in angemessener Zeit bewältigen können. Umfang und Schwierigkeitsgrad der Hausaufgaben sind dem Alter und dem individuellen Leistungsvermögen der Schülerinnen und Schüler anzupassen und können deshalb nach Art und Umfang unterschiedlich sein. In den Klassenstufen 1 und 2 soll für das Anfertigen der Hausaufgaben insgesamt nicht mehr als eine halbe Stunde, in den Klassenstufen 3 und 4 nicht mehr als eine Stunde benötigt werden. Die Lehrkräfte sind verpflichtet, die tägliche zeitliche Bindung der Kinder durch ergänzende schulische Angebote angemessen zu berücksichtigen. Die Klassenlehrerin oder der Klassenlehrer achtet auf die Einhaltung dieser Regelung.
(2) Hausaufgaben werden in der Regel im Unterricht besprochen und zumindest stichprobenweise überprüft.
(3) Ferien, gesetzliche Feiertage, Samstage und Sonntage sind von Hausaufgaben freizuhalten.



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