Tag
der offenen Tür zum
10-jährigen Jubiläum des
Rechenschwächeinstitut-Volxheim



am Samstag, den
25. Oktober
2008
ab
14.00 Uhr Einlaß, Vortrag um 15.00 Uhr
Es spricht:
Frau
Margret Schwarz, 1.Vorsitzende des IFRK - e.V.
(Initiative
zur Förderung rechenschwacher Kinder)
Buchautorin
und betroffene Mutter
"Zur Situation rechenschwacher Kinder"
(offene Diskussion im Anschluss)
Diese Veranstaltung
ist von Interesse für alle Eltern und LehrerInnen rechenschwacher Kinder
sowie für betroffene Erwachsene. Auch KollegInnen und verwandte Berufsgruppen
sind herzlich eingeladen. Die Therapeuten des Rechenschwächeinstituts
sind während und nach der Veranstaltung auch einzeln für Sie ansprechbar.
Hier einige Informationen zur Rechenschwäche,
zu denen Sie uns vor Ort oder telefonisch Ihre Fragen stellen können:
Was ist Rechenschwäche? Was ist sie nicht?
Rechenschwäche ist der Zustand, in den Kinder nach und nach geraten,
wenn sie mit ihrem vorschulischen Wissen und Verständnis für Zahlen
auf einen Unterricht treffen, den sie nicht verstehen.
In der Grundschule werden Kinder mit ungenügendem Grundwissen oft mit
Anforderungen konfrontiert, denen sie bereits anfangs und auch im weiteren
Fortgang der Schulzeit nicht gewachsen sind. Die Kinder versuchen mit Regeln
lernen, Technik üben und auswendig lernen verzweifelt die geforderten
Leistungen zu erbringen.
Solche "Defizite" der Kinder werden leider meistens als "intellektueller
Mangel" der jeweiligen Individuen betrachtet, weshalb Förderunterricht
in der Regel nicht am tatsächlichen individuellen Lernstand der Kinder
anknüpft. Die bereits bestehende Überforderung wird durch weiteres
Üben von unverstandenem Stoff perpetuiert. Am Ende der Grundschulzeit
weiß niemand mehr so recht, wie es dazu kommen konnte nur die
Rechenschwäche ist nun zum "Merkmal des Kindes" geworden.
Wie wird Rechenschwäche festgestellt? Wie geht das nicht?
Die individuelle Rechenschwäche wird in einem ausführlichen diagnostischen
Arbeitsgespräch mit dem betroffenen Kind untersucht. Entscheidend ist,
dass der Diagnostiker in der Arbeit mit dem Kind, dessen individuelle Vorstellungen,
Irrtümer, Fehler und auch richtigen Ansätze seines mathematischen
Denkens so thematisiert, dass es möglich wird diese Gedanken offenzulegen.
Die Ergebnisse der Untersuchung ermöglichen es dem versierten Diagnostiker,
alle die Gedanken des Kindes über Mengen, Zahlen und Rechnen in der Elternberatung
und in einer schriftlichen Zusammenfassung verständlich zu präsentieren.
Eltern, LehrerInnen und/oder andere Fachleute sollen in der Folge das mathematische
Denken des Kindes nachvollziehen und anschließend die richtigen Maßnahmen
in die Wege leiten können, um dem Kind zu helfen.
Intelligenztests mögen vielleicht amtlichen Bedürfnissen und Richtlinien
entsprechen, lassen jedoch keine Schlußfolgerungen auf konkrete Hilfen
für rechenschwache Kinder zu.
Wie wird Rechenschwäche in der Schule bemerkt bzw. wie wird damit umgegangen?
Was ist falsche Förderung oder Therapie?
In der Schule wird Rechenschwäche daran bemerkt, dass Kinder gängige
mathematische Anforderungen nicht erfüllen können, wobei der LehrerIn
in der Regel aufgefallen ist, dass entscheidende Grundbegriffe fehlen. Üblicherweise
führt dies dazu, dass Eltern aufgefordert werden mit den Kindern intensiver
zu üben. Bestenfalls wird (in Rheinland-Pfalz) der "Fördererlaß"
(von 1993) angewendet, der besagt, dass Kinder aus dem klassenniveaubezogenen
Anforderungen in Mathematik herausgenommen werden und in Fördergruppen
unterrichtet werden, sofern dafür Personal bereitsteht. Führt das
nicht zu den gewünschten Fortschritten, kann ein sonderpädagogisches
Gutachten vorgeschlagen oder angeordnet werden.
Schulisches Mittel bei Rechenschwierigkeiten auch bei Schulen, die
eigene Förderung anbieten - sind leider allzu oft unspezifische Übungen,
Rechnen mit Anschauungsmaterial, Auswendiglernen, Techniken aneignen. So bleiben
Grundbegriffe und Voraussetzungen des mathematischen Denkens aus dem Förderunterricht
ausgeschlossen. Wissensbereiche wie Mengenbildung, Mengenauffassung, Anzahlvergleiche,
Unterschiedsbestimmungen, Zahlzerlegungen usw. bleiben dem zufälligen
Entstehen von abstrakten Einsichten während diesbezüglicher Übungen
überlassen. Eine Förderung ohne vorherige individuelle förderdiagnostische
Untersuchung kann aber nicht zu einer gezielten individuellen Förderung
führen. Gleiches gilt für die Rechenschwächetherapie! Auch
ausgeklügelte therapeutische Konzepte führen zu nichts, wenn sie
nicht das Primat der mathematischen Lernstandsdiagnostik beachten!
Wie sollte innerhalb und außerhalb der Schule mit Rechenschwäche
umgegangen werden? Welche Möglichkeiten hat die Schule wirklich? Was
sollten Eltern beachten?
Durch eine individuelle mathematische Lernstandsdiagnostik sollte geklärt
werden, wie das Kind mathematisch verfasst ist. In individueller Förderung
sollten die diagnostisch erkannten fehlenden Grundlagen neu aufgebaut werden.
Dabei sollte dementsprechend bei Verdacht auf Rechenschwäche die LehrerIn
die Anforderungen an das Kind in allen mathematisch relevanten Lernbereichen
heruntersetzen oder vorübergehend ganz aussetzen. Bewertungen sollen
parallel dazu ebenfalls ausgesetzt werden. Eine spätere Integration in
den Mathematikunterricht ist von dem erreichten Wissensstand abhängig
zu machen.
Die rheinland-pfälzischen Schulgesetze bieten zumindest formal die Möglichkeit
all dies umzusetzen. Was nicht verboten ist, ist erlaubt auch in der
weiterführenden Schule! Jede formaljuristische Argumentation hat sich
einer belegbaren pädagogischen Argumentation im Interesse der einzelnen
Kinder unterzuordnen und anzupassen. Grenzen für gezielte mathematische
Förderung sind in der Ausbildung der LehrerInnen und den zur Verfügung
stehenden zeitlichen Kontingenten zu sehen.
Eltern sollten mit rechenschwachen Kindern keine Hausaufgaben machen. Sie
sollten in der Zusammenarbeit mit der Schule die Interessen ihres Kindes vertreten
und nicht Druck auf das Kind ausüben.
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Für Eltern,
die ihr Kind zu einer förderdiagnostischen Untersuchung (Rechenschwächediagnostik)
anmelden wollen, verweisen wir auf unsere Telefonsprechstunde (06703-961000)
von Montag bis Donnerstag zwischen 12.00 Uhr und 13.00 Uhr.Wenn
Sie auf unseren Anrufbeantworter (06703-961000) sprechen, geben sie bitte
Ihre Telefonnummer für einen Rückruf an, falls gewünscht.
In der Telefonsprechstunde beantworten wir auch gerne alle Ihre Fragen
zu diesem Infoblatt!